#branchennews 27.08.2026
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Aluminium-Grünsandguss als Alternative zum Druckguss

in kürze

DISA und Saint Jean Industries verbinden automatisierte Grünsandformtechnologie mit einem Untergussverfahren für Aluminiumgussteile. Die Unternehmen sehen darin eine wirtschaftliche Option für Anwendungen, bei denen hohe Produktionsraten, geringerer Maschinenbedarf und niedrigere Werkzeugkosten zusammenkommen sollen. Zugleich verweisen sie auf mögliche Vorteile beim Energie- und Ressourcenverbrauch.

Kombination aus Grünsandformtechnologie und Unterguss

Links: Eren Koc (Teamleiter OEM-Vertrieb bei DISA) mit Edouard Tavernier (Business Development Director Europa bei Saint Jean Industries)
Links: Eren Koc (Teamleiter OEM-Vertrieb bei DISA) mit Edouard Tavernier (Business Development Director Europa bei Saint Jean Industries)

DISA und Saint Jean Industries stellen die Verbindung aus automatisierter Grünsandformtechnologie und Aluminiumguss mit Unterguss als Alternative zum herkömmlichen Aluminiumdruckguss vor. Grundlage ist die Kombination der DISAMATIC-Grünsandformtechnologie von DISA mit dem Bottom-Pouring- beziehungsweise EPGS-Verfahren von Saint Jean Industries. EPGS steht für Enhanced Pressurized Gating System.

Nach Darstellung der beiden Unternehmen soll dieser Ansatz hohe Produktivität, wirtschaftliche Fertigung und die Herstellung hochwertiger Aluminiumgussteile miteinander verbinden. Im Fokus steht ein automatisierter Fertigungsprozess, der für industrielle Serienanwendungen ausgelegt ist.

Die Zusammenarbeit baut auf einer langjährigen Kooperation zwischen DISA und Saint Jean Industries auf. Beide Unternehmen bündeln dabei ihr jeweiliges Know-how, um die Effizienz, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit der Aluminiumgussproduktion zu verbessern.

Produktionsleistung und Kostenfaktoren

Der beschriebene Prozess kann nach Angaben der Partner Produktionsleistungen von bis zu 300 Formen pro Stunde erreichen. Als tatsächliche Produktionsraten werden sogar bis zu 350 Formen pro Stunde genannt. Trotz dieses Durchsatzes soll der Prozess mit deutlich weniger Maschinen auskommen und lediglich drei bis vier Bedienende erfordern.

Im Vergleich dazu benötigten vergleichbare Produktionsmengen im Druckguss in der Regel mehr Anlagen und Personal. DISA und Saint Jean Industries schätzen, dass sich die Teilekosten durch den Ansatz um 10 bis 15 Prozent senken lassen. Zusätzlich verweisen sie auf deutliche Einsparungen bei den Werkzeugkosten.

Damit positionieren die Unternehmen den Aluminium-Grünsandguss als wirtschaftliche Alternative für Anwendungen, bei denen hohe Stückzahlen, komplexe Bauteilgeometrien und stabile Prozessbedingungen zusammenkommen.

Anwendungen in verschiedenen Industriezweigen

Saint Jean Industries und DISA beschreiben die Grünsandtechnologie nicht als universellen Ersatz für andere Gussverfahren. Vielmehr sehen sie darin eine wirtschaftliche Option für ein breites Anwendungsspektrum.

Mit dem Verfahren hergestellte Aluminiumgussteile kommen bereits in der Automobilindustrie, der Landwirtschaft, im Maschinenbau, im Energiesektor und in weiteren Industriezweigen zum Einsatz. Besonders hervorgehoben wird die Möglichkeit, komplexe und kernintensive Bauteile mit kurzen Zykluszeiten zu fertigen.

Für solche Bauteile kann der Ansatz relevant sein, wenn hohe Produktivität, geringerer Werkzeugaufwand und die mechanischen Eigenschaften hochwertiger Aluminiumgussteile zusammengeführt werden sollen.

Technische Eigenschaften des Verfahrens

Ein zentrales Ziel der Entwicklungspartnerschaft ist es, die hohe Produktionsleistung automatisierter DISAMATIC-Grünsandformanlagen mit der mechanischen Leistungsfähigkeit von Aluminiumgussteilen zu verbinden. Die Unternehmen sehen darin eine Möglichkeit, Gießereien eine Lösung für anspruchsvolle Anwendungen anzubieten.

Nach Angaben von Saint Jean Industries und DISA erreicht das Verfahren Oberflächenrauheitswerte von 6 bis 7 Mikrometern. Diese Werte werden als vergleichbar mit dem Niederdruckguss beschrieben. Zudem nennen die Unternehmen eine hohe Prozessstabilität, gute mechanische Eigenschaften und eine verbesserte Kosteneffizienz.

Die Partner wenden sich damit gegen die verbreitete Einschätzung, Sandguss sei dem Druckguss grundsätzlich bei Produktivität, Oberflächenqualität oder Präzision unterlegen. Ihre gemeinsamen Erfahrungen sollen zeigen, dass automatisierter Aluminium-Grünsandguss für bestimmte Anwendungen eine wettbewerbsfähige Option sein kann.

Energie- und Ressourcenverbrauch

Neben Produktivität und Kosten nennen DISA und Saint Jean Industries auch Nachhaltigkeitsaspekte. Das Verfahren benötigt nach Unternehmensangaben weder Formbeschichtungen noch Kühlwasser für die Formen. Außerdem könne es den Energie- und Ressourcenverbrauch im Vergleich zum herkömmlichen Druckguss und anderen Aluminiumgusstechnologien senken.

Für Herstellende kann dieser Aspekt relevant sein, wenn Produktionskosten und Umweltanforderungen gemeinsam betrachtet werden. Konkrete Emissionswerte, Energiekennzahlen oder validierte Einsparnachweise werden dabei nicht genannt.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • DISA und Saint Jean Industries kombinieren DISAMATIC-Grünsandformtechnologie mit dem Bottom-Pouring- beziehungsweise EPGS-Verfahren.
  • Nach Angaben der Partner kann der Prozess bis zu 300 Formen pro Stunde erreichen; tatsächliche Produktionsraten werden mit bis zu 350 Formen pro Stunde angegeben.
  • Die Unternehmen schätzen, dass sich Teilekosten um 10 bis 15 Prozent senken lassen und zugleich Werkzeugkosten reduziert werden können.
  • Der Ansatz wird nicht als universeller Ersatz für den Aluminiumdruckguss beschrieben, sondern als wirtschaftliche Option für bestimmte industrielle Anwendungen.

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